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Installation: Das Unheimliche

Seit über drei Jahren befasse ich mich mittlerweile mit dem unheimlichen, erschwert durch die Tatsache, dass diverse Horror-Genres und Vorurteile dieses Thema ins falsche Licht rücken. Doch definiert Ernst Jentsch (1906) das Unheimliche als etwas Nichtvertrautes, das “intellektuelle Unsicherheit” auslöst und worin man sich “nicht auskennt”.

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1 Am Anfang war das Feuer (04:00min)

In meinen 3 Videoinstallationen mache ich “das Unheimliche” zum Thema jener Ausstellung. Im Rhamen der Vorlesung “Expanded Screens” (von Astrid Busch) soll der Bildschirm eine Kommunikation mit dem “externen” Raum aufnehmen – so steht der Inhalt mit dem Interior in ausgeprägter Verbindung.

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2 Der drehende Glatzkopf (08:00min)

 

Ich denke, dass Freud in seinem Werk “Das Unheimliche” (1919) wie immer eine gute Richtung eingeschlagen hat:

Das deutsche Wort >unheimlich< ist offenbar der Gegensatz zu heimlich, heimisch, vertraut under der Schluß legt nahe, es sei etwas eben darum schreckhaft, weil es nicht bekannt und vertraut ist. Natürlich ist aber nicht alles schreckhaft, was neu und nicht vertraut ist; die Beziehung ist nicht umkerhbar. (…) Zum Neuen und Nichtvertrauten muss erst etwas hinzukommen, was es zum Unheimlichen macht.

screen2 570x351 Installation: Das Unheimliche

1 Am Anfang war das Feuer (04:00min)

Daher möchte ich von Anfang an klar stellen, dass es mir weder um Schockeffekte jeglicher Art geht, noch um Monster, Zombies oder sonstigen Grusel- oder Horror-Genres. Es ist vielmehr eine Spurensuche in der menschlichen Psyche.

Das Unheimliche bildet offenbar den Gegensatz zu allem, was anheimelnd und vertraut ist – doch nicht alles, was nicht vertraut ist, ist deshalb auch unheimlich. 
Sigmund Freud stellt es als „Wiederkehr des Verdrängten“ dar, also etwas Vergessenes, was wieder ans Licht kommt – und damit etwas Nichtvertrautes, was wieder auftaucht, nachdem etwas Bekanntes ausgelöscht wurde, was entweder unsere Kindheit oder die Kindheit der Menschheit verwirrt hat.

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1 Am Anfang war das Feuer (04:00min)

Guy de Maupassant, Er? (1883):

„Ich habe keine Angst vor einer Gefahr. Stiege ein Mann bei mir ein, so würde ich ihn, ohne zu zittern, umbringen. Auch vor Geistern habe ich keine Angst; ich glaube an nichts Übernatürliches. Ich habe keine Angst vor den Toten; ich glaube an die endgültige Auslöschung jedes hingeschiedenen Wesens!
Also… ? Ja, also…! Ich habe einfach Angst vor mir selbst! Ich habe Angst vor der Angst; Angst vor den Verkrampfungen meines närrisch werdenden Gehirns… (…) 
Ich habe Angst vor den Zimmerwänden, den Möbeln, den Dingen um mich; sie gewinnen für mich eine Art animalischen Lebens. Vor allem jedoch habe ich Angst vor dem grausigen Verwirrungen meines Denkens, meiner Vernunft: sie entzieht sich mir in einem trüben Durcheinander, sie wird durch eine geheimnisvolle, gegenstandslose Furchtempfindung auseinandergesprengt.”

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2 Der drehende Glatzkopf (08:00min)

Eine wichtige Rolle spielt hier sowohl die Form der Ausstellung (danke an Sarah Neumann + FH Dortmund @ Sponsoring) als auch das Sounddesign der 3x Filme (danke an Samuel Trebbin).
So gibt die äußere, rau-monolithische Form den puristischen Kern der Aussage dar: Am unheimlichsten ist es dort, wo wir heimisch sind.

Samuel Trebbin fasst sein Sounddesign in folgende Worte:

“Das Konzept hinter dieser akustischen Untermalung ist es,die Charakteristika des Klang/Hörspiels,mit den Geräuschen des ,,inneren Ohres”,in Wahrnehmung von bestimmten Situationen, zu vereinen.
Das bedeutet,dass sich wahrgenommene, sowie emotions-bedingte Geräusche und Klangflächen ineinander winden,um eine subjektive Geschichte im Kopf des Hörers zu erzeugen, die sich analog mit dem jeweiligen visuellen Kontext verhält.
Die Klangsprache versucht zudem eine gewisse Ästhetik der geheimnisvollen Isolation, durch einen Ozean aus Feedback,Rauschen,Verlassenen Radiostationen etc. zu erzeugen, um förmlich zu dem entdeckungsfreudigen,,Hörspaziergang” einzuladen.”

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2 Der drehende Glatzkopf (08:00min)

 

Die Austellung lief im Rhamen der VIDEOSCHAU (Dezember 2011) in der FH Dortmund.

1     Am Anfang war das Feuer        (04:00min)
2     Der drehende Glatzkopf         (08:00min)
3     Ein postapokalyptischer Raum     (12:00min)

Credits

Idee & Umsetzung:      Amin Oussar
Sounddesign:      Samuel Trebbin
Podeste:          Sarah Neumann

Darsteller Film 1:      Sebastian Ennen, Renè Zimmermann
Darsteller Film 2:      Mario Diederichs
Danke an:          Astrid Busch, Farid Oussar, Irina Bernhardt

(Hier kann man sich den 3. Film “Ein postapokalyptishcer Raum” (12:00 Minuten; auf 8:00 gekürzt) ansehen.
Zwar geht die gesamte Wirkung nur auf, wenn man den realen Raum nebem dem Video vor sich sieht, aber durch das Sounddesign könnte es auch so eine gewisse Wirkung erzielen:

Building three Monolithes

1 Installation: Das Unheimliche

2 Installation: Das Unheimliche

3 Installation: Das Unheimliche

4 Installation: Das Unheimliche

5 Installation: Das Unheimliche

6 Installation: Das Unheimliche

7 Installation: Das Unheimliche

8 Installation: Das Unheimliche

One Comment

  1. Rick

    sieht auf jeden fall abgefahren aus.wo kann man das sehen.?

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